Gulasch ist der Küchenklassiker schlechthin und nahezu jede Hausfrau schwört auf ihr ganz individuelles Rezept. mit Sauerkraut oder ohne, mit vielen oder wenig Zwiebeln, mit frischem Paprika, Kümmel, Kartoffelwürfeln oder Chilischoten – egal, wie man es auch abwandelt, Hauptbestandteil der köstlichen Speise sind mageres, gewürfeltes und geschmortes Schweine- und Rindfleisch und Zwiebeln.
Derr Ungar kennt beim Gulasch-Gericht so viele Abstufungen, dass man sie gar nicht aufzählen kann. Entgegen der landläufigen Meinung und nach der eher deutschen Gewohnheit brät man in Ungarn Gulasch selten scharf an. Das Fleisch soll erst beim Schmoren seine dunkle Farbe annehmen. Entscheidend ist auch die Wahl der Zwiebeln. Hier hat Ungarn eine Fülle der unterschiedlichsten Sorten zu bieten. Abhängig davon nimmt das Gericht einen immer wieder neuen Geschmack an.
Lieblingsspeise mit unendlich vielen Varianten
Die ungarische Nationalspeise ist eigentlich eine Suppe und das, was die meisten Nichtungarn für Gulasch halten, nennt man Pörkölt. Das ungarischste aller Gerichte ist fast dreitausend Jahre alt, denn bereits die Nomaden, die damals zwischen dem Schwarzen Meer und dem Donauknie lebten, waren mit einem Reisekessel ausgerüstet, in dem sie stets deftige Suppen aus Fleisch und Gemüse zubereiteten. Auch Zwiebeln waren ihnen schön bekannt, ferner kamen in die Eintöpfe dieser Zeit getrocknete Fische oder Fleisch sowie Kräuter und Pilze.
Geschichtliches zum ungarischen Nationalgericht
Schon ab dem 12. Jahrhundert hatten die ersten sesshaften Magyaren Fleisch, Fett, Salz, Zwiebeln Knoblauch, Sahne und Kümmel zur Verfügung, um daraus ein deftiges Schmortopf-Gericht zuzubereiten. Auch heute noch wird das echte, ursprünglich von den Hirten stammende Gulyás wenn möglich im Kessel gekocht. Die Hirten allerdings ließen die Suppe so lange einkochen, bis alle Flüssigkeit verdampft war. So konnten sie das Essen in ihren Ledersäckchen besser transportieren. Unterwegs wurde es nach Bedarf wieder mit heißem Wasser aufgegossen. So erhielt man entweder den dickflüssigeren Schmortopf oder Suppe.
Auf die Zubereitungsart kommt es auch an
Ob Kessel-, Szegediner-, Zigeuner-, Kalbs-, Rinder- oder Bohnengulasch: Der deftige Schmortopf wärmt nicht nur den Magen, sondern auch Herzen und ist heute eines der beliebtesten Gerichte Europas. Auch beim Gulasch-Gericht spielt wie bei allen guten Gerichten neben der Ausgewogenheit der Zutaten die Fleischbeschaffenheit die entscheidende Rolle. Sie prägt zusammen mit den Zwiebeln den Geschmack des Gerichtes. Ins original ungarische Rezept kommt zudem weder dunkles noch fettes Fleisch hinein. Die Suppe enthält neben Fleisch vor allem Paprikaschoten, Kartoffeln und Zwiebel, wird mit Sahne angedickt und ist sehr sämig. Am besten gart man gleich eine größere Menge langsam und lange, um ein wenig Vorrat zu haben. Denn auch oder gerade aufgewärmt ist der Schmortopf eine Köstlichkeit.